KI-Strategie

    Normstrategien im Zeitalter von AI: Eine Analyse des Einflusses auf Geschäftsmodelle

    Wie AI Geschäftsmodelle beeinflusst und welche Faktoren über langfristige Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.

    22. Dezember 20245 Min. Lesezeit
    Normstrategien für AI-Implementierung in Unternehmen - Matrix nach Markt, Zeit und Technologiestatus

    Lesen Sie unsere Analyse zur Entwicklung von künstlicher Intelligenz (AI) und deren Einfluss in Geschäftsmodellen. Das Thema AI wird unserer Meinung nach Geschäftsmodelle und damit auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen massgeblich beeinflussen. Unsere allgemeine Annahme ist, dass mittel- bis langfristig praktisch alle Unternehmensbereiche direkt von künstlicher Intelligenz betroffen sein werden. Ein entscheidender Faktor für die Stärke des Einflusses von AI auf Geschäftsmodelle ist der Faktor Zeit sowie die Unterscheidung von Unternehmenstypen basierend auf ihrem Technologiestatus.

    Technologiestatus als Kombination aus Kompetenz und Adaptionswilligkeit

    Der genannte Begriff Technologiestatus ist nicht genormt, und wir unterteilen diesen im Unternehmenskontext in folgende zwei Hauptfaktoren: Erstens in die Technologiekompetenz, die behandelt, inwiefern Unternehmen in der Lage sind, neue Technologien zu implementieren und einzusetzen. Der zweite Faktor ist die Technologie-Adaptionswilligkeit, die sich damit beschäftigt, wie adaptiv sich Unternehmen im Technologieumfeld verhalten. Beide Faktoren wirken dabei gegenseitig limitierend. Nur wenn beide Faktoren in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sind (wobei es relative Minimalwerte zu definieren gibt), ist durch die Implementierung von AI mittel- bis langfristig eine positive Unternehmensentwicklung möglich. Beide Faktoren unterliegen diversen Einflüssen wie beispielsweise der Firmenkultur, der Finanzlage und der individuellen Geschäftsstrategie.

    Optimierende und kreierende Funktionalität

    Aus wirtschaftlicher Sicht können wir beim Einsatz von AI zwischen optimierender und kreierender Funktionalität sprechen. Optimierende Funktionen können als produktivitätssteigernde Veränderungen betrachtet werden, die bisher in Unternehmen beispielsweise durch KVP (kontinuierliche Verbesserungsmassnahmen), Six Sigma oder Kaizen eingeführt wurden. Diese Neuerungen stellen eine wichtige und kontinuierliche Produktivitätssteigerung dar. Das Geschäftsmodell wird dadurch jedoch oft nicht stark verändert. Der Grund dafür ist der geringe Einfluss auf die Gesamtstruktur des Geschäftsmodells. Eine Produktivitätssteigerung oder beispielsweise eine Erhöhung der Kundenzufriedenheitsrate kann für Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Optimierung - oder in Zeiten von Inflation und Fachkräftemangel - eine stabilisierende Massnahme für die Geschäftsentwicklung sein, aber in kleinem Umfang nur bedingt langfristige Wettbewerbsvorteile generieren.

    Vollkommene Märkte und der Einfluss von AI

    Der Einfluss von AI in vollkommenen Märkten wird – absolut gesehen – einen starken Einfluss haben. Dennoch ist aufgrund der innovationsschwachen Natur des Angebots die langfristige Gewinnung von Wettbewerbsvorteilen durch AI unwahrscheinlich. Der Fokus in diesem Geschäftsumfeld wird eher darin liegen, produktivitätssteigernde Veränderungen, beispielsweise im Bereich der Prozessinnovation anzustreben, um die Wettbewerbsfähigkeit konstant zu halten. Im Allgemeinen kann hier langfristig von einer fundamentalen Optimierung durch AI ausgegangen werden, welches die Produktionskosten sinken lässt. Ein interessanter Aspekt in dieser Betrachtung wird der internationale Handel sein, welcher nicht berücksichtigt ist. Dieser beinhaltet eine dynamische Komponente. Es ist vorstellbar, dass sich hochentwickelte Länder in vollkommenen Märkten durch AI zusätzliche internationale Wettbewerbsvorteile durch Skaleneffekte sichern, um Marktanteile für homogene Güter zu gewinnen. Die Entwicklung von AI wird damit auch die politischen Rahmenbedingungen (Steuer- und Handelspolitik, Subventionen, etc.) beeinflussen.

    Hochtechnologisierte Unternehmen und kritische Faktoren

    Für hochtechnologisierte Unternehmen nimmt AI eine deutlich grössere Bedeutung ein. Der Einfluss von AI auf diese Unternehmen ist langfristig als kritischer Faktor zu bewerten. Ohne geeignete Strategien und die dazugehörigen Massnahmen sind diese Unternehmen langfristig nicht wettbewerbsfähig. Der Grund liegt in den stark differenzierten Produkten. Für diese Unternehmen gilt es, durch AI entstehende Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen, um diese angehen zu können. Unsere Normstrategie im erstellten Modell gibt Unternehmen einen Eindruck dafür, welche strategischen Ansätze angewandt werden können. Technologieführer als solches müssen AI als hohe Priorität einstufen und als Teil der Unternehmensvision implementieren. Das beinhaltet auch, dass genügende Ressourcen bereitgestellt werden müssen. Diese Unternehmen sind schnellen Innovations- und damit auch Produktlebenszyklen ausgesetzt. Der Fokus für diese Unternehmen liegt stärker auf die sich verändernden Kundenbedürfnisse, der Entwicklung von neuen Services und der Erschliessung von neuen Märkten in der Wechselwirkung mit technologischen Möglichkeiten (AI in unserem Artikel). Das Timing ist dabei wichtig und wird im folgenden Abschnitt behandelt.

    Zeitliche Dimension und Technologieadaption

    Für die Entwicklung einer Normstrategie ist die Ergänzung einer zeitlichen Dimension wichtig, um damit den Einfluss (=Potenzial) von AI zeitabhängig zu berücksichtigen. Dies ermöglicht es Unternehmen, den dynamischen und steigenden Einfluss von AI auf ihre Geschäftsmodelle zeitabhängig zu berücksichtigen und proaktiv zu agieren. Unser erstelltes Modell soll Unternehmen dabei in erster Linie helfen, eine Ersteinschätzung ihres «Status quo» durchzuführen. Die heutige Situation und die Natur von AI als Technologie legen zudem nahe, das bekannte «Technology Adoption Model» einzubeziehen. Kurzfristig ist der Einfluss von AI auf die Wirtschaftsleistung von Unternehmen wahrscheinlich überschätzt, langfristig öffnen sich durch die AI-Anwendungen unterschätzte Wachstumschancen. Dies spiegelt sich auch in vielen Wirtschaftsmodellen wider, welche Technologie als einen der Treiber für langfristig reales Wirtschaftswachstum bewerten. Diese Erkenntnis, in Kombination mit den Unternehmenstypen differenziert nach Technologiestatus, werden im folgenden Modell einbezogen. Für unsere Zeitgrössen haben wir bewusst kürzere Zyklen abgebildet, um die immer schnelleren Zyklen entsprechend abzubilden. Der Zeitraum von ca. 5 Jahren kann im aktuellen Stadium wahrscheinlich bereits als langfristig betrachtet werden. Zudem können sich je nach Form und Situation verschiedene Stadien überschneiden. Um passende Strategien für Unternehmen im Umgang mit AI und deren Einfluss auf ihre individuellen Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist es unerlässlich, zusätzliche interne und externe Faktoren in die Anwendungsfindung einzubeziehen.

    Im nächsten Beitrag möchten wir gerne tiefer in die Themen eintauchen, die aus diesem Artikel hervorgegangen sind. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Diskussion!

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